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Autoren: Tjarko Tjaden / Till Hegel (1PUNKT5 GmbH)
Das Solar-Paradoxon: Mittagszeit, strahlender Sonnenschein – wenn Photovoltaikanlagen ihre Spitzenleistung erreichen, sinken die Börsenpreise ins Bodenlose. Statt Gewinne einzufahren, führt der hohe Energieüberschuss zu Minusbilanzen. Der Grund hierfür ist natürlich nicht technischer Natur, sondern auf einen überlasteten Strommarkt zurückzuführen, der bei großem Angebot mit negativen Preisen reagiert. Unternehmer haben dieses Problem bislang unterschätzt.
Hier rücken Batteriespeicher für Photovoltaik ins Blickfeld der Branche, die den selbst erzeugten Strom für die Vermarktung optimieren. Ein spezialisierter Anbieter aus Niedersachsen zeigt, wie sich mit durchdachter Speichertechnik wirtschaftliche Spielräume zurückgewinnen lassen.
Es ist hellichter Tag und die PV-Anlagen erzeugen in voller Kraft Strom. Die Sonne sollte für stabile Erträge sorgen, doch schlagen die Marktmechanismen zurück – Unternehmergeist trifft auf bittere Realität. Einspeisung wird nicht mehr vergütet, sondern zur finanziellen Belastung. Der Markt ist überversorgt, die Netzkapazitäten überfordert.
Herr Huber aus Niedersachsen ist Investor und das beschriebene Szenario lange Zeit seine Realität. Die 4-Megawatt-Anlage produziert zuverlässig – und musste dennoch regelmäßig heruntergeregelt werden. Es handelt sich um keinen Einzelfall, sondern trifft immer mehr Unternehmen mit großen Solarparks. Zu wenig installierte Speicherkapazität im Stromnetz sowie unzureichende Flexibilität auf der Verbraucherseite fordern zum Handeln auf – insbesondere, da eine kurzfristige Lösung auf Netzebene nicht in Sicht ist.
Statt auf Entlastung von außen zu warten, setzen Unternehmen zunehmend auf eigene Speicherlösungen und verwandeln so überschüssigen Strom in verwertbare Energie – zeitlich versetzt.
Wer den zur Mittagszeit produzierten Strom nicht direkt einspeist, sondern zunächst speichert, kann ihn zu einem späteren, lukrativeren Zeitpunkt gezielt abgeben – etwa am frühen Abend, wenn die Börsenpreise wieder steigen.
Der Strom fließt nicht sofort ins Netz, sondern in unternehmenseigene Batteriespeicher – eine technische Option, deren Nutzen vielseitig ist:
Doch smarte Speicher können noch mehr: Günstiger Netzstrom ließe sich nachts aufnehmen und tagsüber, bei höherem Preisniveau, weiterverkaufen. Das lohnt sich vor allem in der winterlichen Jahreshälfte, wenn die Solarerträge üblicherweise geringer ausfallen.
Ab 2026 kommt noch ein Joker ins Spiel: Es treten gesetzliche Änderungen in Kraft, konkret die Festlegung der Bundesnetzagentur zur Marktintegration Speicher und Ladepunkte (MiSpeL), die diesen sogenannten Arbitragehandel mit Netzstrom noch attraktiver machen. Huber bringt es auf den Punkt:
„Wir hätten mit dem Stromspeicher ein Schweizer Taschenmesser zur gleichzeitigen Optimierung der Stromeinkaufskosten und Verkaufserlöse.“
Mit einem Stromspeicher wird Strom somit nicht nur gespeichert, sondern gezielt gehandelt. Ein wichtiger Impuls für Unternehmen, die sich langfristig unabhängiger und flexibler aufstellen wollen.
Die Umsetzung solcher Systeme ist allerdings komplex und erfordert Expertise in unterschiedlichen Disziplinen – technisch wie regulatorisch. Der Ansatz erfordert Erfahrung in puncto:
Die 1PUNKT5 GmbH aus Ottersberg bündelt genau diese Kompetenzen und hat sich auf Energiesysteme im industriellen Maßstab spezialisiert. Sie begleitet Projekte vom Konzept bis hin zur Inbetriebnahme und darüber hinaus – technisch gedacht und strategisch geplant.
„Unsere Kunden profitieren von einem Partner, der technische Umsetzbarkeit, regulatorisches Know-how und betriebswirtschaftliche Weitsicht zusammenbringt", sagt Sönke Jäger, Geschäftsführer von 1PUNKT5.
Statt isolierter Einzellösungen wird die Speichertechnologie in den gesamten energiewirtschaftlichen Kontext des Unternehmens eingebettet – individuell angepasst an bestehende Erzeugungs- und Verbrauchsstrukturen.
Zentral ist dabei ein intelligentes EMS (Energy Management System). Es analysiert in Echtzeit Preissignale des Strommarkts und steuert die Speicher- und Einspeisevorgänge vollautomatisiert. So nehmen Unternehmen aktiv am Strommarkt teil und können flexibel auf kurzfristige Marktbewegungen reagieren. Die Steuerung basiert auf einer permanenten Optimierung der Kosten und Erlöse, wodurch Ertragschancen systematisch nutzbar gemacht werden, ohne dass sich der Kunde selbst in die mitunter komplexe Marktmechanik einarbeiten muss. Aktuell betreut das Unternehmen Batteriespeicherprojekte mit einer Kapazität jenseits der 100 Megawattstunden – eine Größenordnung, die zeigt, wie groß der Bedarf ist.
Auch Unternehmen ohne eigenes Solarsystem profitieren bereits von einem professionell betriebenen Batteriespeicher. Durch gezielte Teilnahme am Strommarkt stabilisieren sie das Netz und erhalten sogar Vergütungen – ein zunehmend interessanter Geschäftsbereich. Insbesondere für produzierende Gewerbe mit flexiblem Lastaufkommen oder hohem Stromverbrauch kann es sich durchaus lohnen, zuerst einen Speicher anzuschaffen als kleinere Erstinvestition, um diesen dann mittelfristig mit einer PV-Anlage zu ergänzen.
Der hohe Energieüberschuss führt zu einem überlasteten Strommarkt, der bei großem Angebot mit negativen Preisen reagiert.
Strom kann gespeichert und zu einem lukrativeren Zeitpunkt abgegeben werden, zum Beispiel am Abend, wenn die Preise steigen.
Batteriespeicher ermöglichen die Speicherung von Überschuss, flexiblen Eigenverbrauch, Einspeisung zu besseren Konditionen und die Vermeidung von Lastspitzen.
1PUNKT5 bietet eine ganzheitliche Umsetzung von der rechtlichen Klärung bis zur Inbetriebnahme und verwendet eine EMS-Software, um Speicherprozesse zu optimieren.
Batteriespeicher können kurzfristig die Netzentgelte durch Spitzenlastkappung sowie den Stromeinkauf optimieren. Mittelfristig können zusätzliche Erlöse aus dem Stromhandel generiert werden.